Perry Rhodan – Schluss nach 200 Heften

Ein längst überfälliger Verriss darüber wieso ich vor über einem Jahr drei Jahren (der Artikel wurde schon vor langer Zeit verfasst und erst jetzt veröffentlicht…) aufgehört habe Perry Rhodan zu lesen?
Ja, ein solcher Eintrag soll dies hier werden, um mich stets daran zu erinnern, wieso es sich auch in Zukunft wahrscheinlich nicht lohnt erneut zur Heftserie zu greifen.

Perry Rhodan Heft 2800

Angefangen hatte alles als ich noch keine 15 Jahre alt war. Damals kaufte ich mein erstes Heft der Perry Rhodan Erstauflage. Gelesen habe ich es nicht. Über die Jahre hinweg erwarb ich von Zeit zu Zeit immer wieder einzelne Hefte, las diese aber nie wirklich. Das änderte sich ein wenig im schönen Jahr 2010 als ich umgezogen bin und mehr mit der Bahn fuhr. Auf langen Strecken habe ich dann begonnen die Erstauflage wirklich zu lesen. Das war gegen Ende 2010 als der Stardust-Zyklus aktuell war. Ich stieg jedoch erst gegen Ende der Handlung ein, was insofern recht gut passte als dass ich damit den neu startenden Neuroversum-Zyklus von Anfang an mitlesen konnte.
Diesen verfolgte ich durchgehend und kaufte sämtliche Hefte in physischer Form obwohl ich mittlerweile einen Ebook-Reader hatte und viel darauf las.
Der Zyklus gefiel mir ziemlich gut. Natürlich bemerkte ich, dass mindestens die Hälfte der Handlung, die in einem 100 Hefte umfassenden Zyklus erzählt wird am Ende kaum zur Handlungsebene beigetragen hat. Vor Allem die ersten Hefte habe ich so in Erinnerung, dass man neue Völker kennen lernt, die dann aber schon nach drei Heften keinerlei Erwähnung mehr finden.
Der sich anschließende ebenfalls 100 Hefte umfassende Zyklus Das Atopische Tribunal las ich auch noch begeistert bis zum Ende mit. Musste dann aber sehr enttäuscht feststellen, dass man es in 100 Heften nicht geschafft hat eine Handlung zu ende zu erzählen.
Mittlerweile war für mich irgendwie die Luft raus: Die Hauptcharaktere können nicht sterben, verweben sich aber immer in abstruse Handlungen. Nebenhandlungen gibt es reichlich, zum eigentlichen Plot tragen sie jedoch nicht bei. Andere Nebenhandlungen werden einfach gar nicht weitererzählt obwohl es dort noch kein Ende oder eine Rückführung zum Hauptstrang gab. Was etwas ist, das mich schier in den Wahnsinn treiben könnte. Das ganze Konzept war mir dann einfach zu langweilig.

Natürlich handelt es sich bei Perry Rhodan um eine sehr komplexe Science Fiction Serie, die vor Allem von den vielen Charakteren, die treue Leser schon seit Dekaden begleiten, lebt. Das ist für mich nicht das große Problem. Ich komme gut damit zurecht, dass die Hauptfiguren im Prinzip nie sterben können, da es einfach zu kontrovers für die Autoren wäre und zu viele Leser vor den Kopf stoßen könnte.
Was mich jedoch wirklich ärgert ist, dass es 100 Hefte benötigt, das sind immerhin zwei Jahre, um eine Handlung zu spinnen, die zu mindestens 70% aus Nebenerzählungen besteht, die keinen Einfluss auf den Ausgang der Haupthandlung haben. Auch die Entwicklung der Charaktere ist in diesen ausschweifenden Abenteuern nicht so umfangreich, wie man es vielleicht erwarten würde.

Das Fass zum Überlaufen brachte dann ein Zeitriss am Ende des damals aktuellen Zyklus der dafür sorgte, dass zwar ein neuer begann aber die Geschichte des laufenden noch nicht wirklich fertig war. Das bedeutet, dass erneut knapp zwei Jahre zu erwarten waren, um endlich mit Gewissheit zu erfahren wie die einzelnen Handlungen und Charaktere wieder zusammen kommen.


Das Problem, das ich mit Perry Rhodan hatte war zwischenzeitlich folgendes:
Jede Woche erscheint eine neue Ausgabe der Erstauflage. Diese umfasst üblicher Weise circa 50 Seiten, was mich auf Grund meiner langen Pendelstrecken nicht sehr lange beschäftigt. Ich müsste also noch etwas anderes lesen. Damals wollte ich jedoch keine anderen Bücher anfangen, sondern bei Perry Rhodan bleiben. Immerhin war ich tatsächlich ein klein wenig Fan geworden. Parallel die Altan-Serie oder ältere Hefte zu lesen gefiel mir aber nicht, da ich dabei dann immer die Handlungen vermischte und noch schneller den Überblick verlor.
Ich wollte aber auch nicht über Monate Hefte kaufen, zur Seite legen und dann bei Zeiten am Stück herunter lesen. Ich wollte ja auch wissen wie es weiterging. Ziemlich diffizil die richtige Menge an Lesematerial zu finden.

Schlussendlich hörte ich mit der Heftserie auf weil ich mir veralbert vorkam. Ich meine: zwei Jahre für eine Haupthandlung sollten doch wohl reichen! Jedenfalls reichte es mir. Ich kaufte keine Hefte mehr und wendete mich Büchern zu. So kann ich jede Woche ein neues Thema aussuchen über das ich lesen möchte. Bis heute habe ich diesen Schritt jedenfalls nicht bereut.

Trotzdem: Vielen Dank an alle Autoren für die vielen schönen Stunden, die ich mit Perry und seinen Kameraden hatte!

2 comments for “Perry Rhodan – Schluss nach 200 Heften

  1. 17. April 2019 at 21:09

    Ich denke die Silberbände wären für Dich besser geeignet. Da wird die Handlung gestrafft. Mir geht es übrigens ebenso!

    • Rudolf Schafing
      17. April 2019 at 21:25

      Gute Idee! Ich habe die Ersten beiden damals auch gelesen. Die Handlung ist mir dort jedoch noch zu militärisch, wenn es das richtig ausdrückt. Vielleicht versuche ich mich mal an einem Band im mittleren Bereich der Zyklen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.